Gesunde Ernährung - was bedeutet das überhaupt?

Pünktlich zum neuen Jahr habe ich alle guten Vorsätze ausnahmsweise mal nicht über Bord geworfen und mich bei einem Online-Fitnessstudio angemeldet. Ich gebe zu, ich bin ein Opfer der Fernsehwerbung für solche Angebote, die pünktlich zum Jahresanfang rauf und runter läuft.  Neben schweißtreibenden Workouts steht hier auch die Ernährung (gesunde) Ernährung im Fokus. Grund genug, heute einmal genau dieses Thema etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Gesunde Ernährung - reine Interpretationssache?

Frisches Obst und Gemüse für die gesunde Ernährung

In besagtem Online-Fitnessstudio werden einem zunächst die sogenannten "Dreisten Drei"  vorgestellt: Einfache Kohlenhydrate, Alkohol und Chemie. Diese sollte man tunlichst vermeiden, wenn man seinen Körper in Form bringen möchte und eine gesunde Ernährung anstrebt.

 

Doch ist dies wirklich das Maß aller Dinge oder gibt es auch andere Ansätze? Die Antwort lautet: Natürlich gibt es die, und zwar jede Menge. Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.) hat in diesem Zusammenhang beispielsweise ein Regelwerk veröffentlicht: "Vollwertig essen und trinken nach den 10 Regeln der DGE". Diese 10 Regeln stelle ich folgend kurz vor, ausführlicheres dazu findest du direkt bei der DGE hier.

  1. Die Lebensmittelvielfalt genießen
  2. Reichlich Getreideprodukte sowie Kartoffeln
  3. Gemüse und Obst - Nimm "5 am Tag"
  4. Milch und Milchprodukte täglich, Fisch ein- bis zweimal in der Woche, Fleisch, Wurstwaren sowie Eier in Maßen
  5. Wenig Fett und fettreiche Lebensmittel
  6. Zucker und Salz in Maßen
  7. Reichlich Flüssigkeit
  8. Schonend zubereiten
  9. Sich Zeit nehmen und genießen
  10. Auf das Gewicht achten und in Bewegung bleiben

Das klingt ja erst einmal einleuchtend, aber vor allem im stressigen Alltag können das "sich Zeit nehmen" und die "Lebensmittelvielfalt genießen" leider oftmals zu kurz kommen. Hier ist aber jeder selbst gefragt. Nur durch ein kontinuierliches Bewusstsein und Hinterfragen der Wichtigkeit einer gesunden Ernährung kann diese auch ganzheitlich gewährleistet werden. Und es heißt ja auch nicht, dass man hier und da nicht auch mal sündigen dürfte.

 

Der Ernährungsplan des Online-Fitnessstudios (zumindest in meinem gewählten Programm) geht noch einen Schritt weiter. Hier soll vollkommen auf Zucker (einfache Kohlenhydrate) verzichtet werden. Dies ist natürlich zunächst eine große Umstellung und man ist erstaunt, in wie vielen Lebensmitteln Zucker enthalten ist, von denen man es nicht erwartet hätte, wie beispielsweise Senf. Auch "reichlich Getreideprodukte" sind hier nicht vorgesehen. Ein bisschen zum Frühstück und ein bisschen zum Mittag. Aber wie auch bei der DGE werden hier vor allem Vollkorn-Produkte hervorgehoben. Sie sättigen nämlich länger als Produkte aus beispielsweise Weizenmehl. Hier wird bereits deutlich, dass bei den Ansichten zur gesunden Ernährung zwar Überschneidungen, aber auch viele unterschiedliche Ansichten gibt. Und wir haben hier erst zwei Ansichten betrachtet, ein Vegetarier oder Veganer würde beispielsweise keinesfalls dem vierten Punkt zustimmen. Letztendlich muss jeder für sich selbst und seinen Körper den richtigen Ernährungsweg finden, mit dem er sich wohl und fit fühlt.

Zusatzstoffe, Konservierungsstoffe und Co.

Weitestgehend einig ist man sich aber, dass künstliche Zusatz- und Konservierungsstoffe in großen Massen nicht zu einer gesunden Ernährung gehören. Wenn man einmal gezielt darauf achtet, wirklich keinerlei chemische Zusatzstoffe zu sich zu nehmen, wird der Einkauf zu einer echten Herausforderung. Viele der gängigen Lebensmittel, die wir tagtäglich Verzehren enthalten Zusatzstoffe. Aber bevor ich diese Stoffe nun schlecht mache, möchte ich wenigstens kurz erklären, was es damit überhaupt auf sich hat ;)

Was sind Zusatzstoffe?

Allgemein sind Zusatzstoffe zunächst Verbindungen, durch deren Zugabe die Struktur von Lebensmitteln bezüglich Geschmack, Farbe und Haltbarkeit verändert werden kann. Sie können natürlicher Natur (cool!) oder chemischen Ursprungs (nicht so cool!) sein. Zusatzstoff ist somit der Oberbegriff für Konservierungsstoff, Farbstoff usw.

Was sind Konservierungsstoffe?

Wie der Name schon sagt dienen diese Stoffe der Konservierung, also der Haltbarkeit von Lebensmitteln. Auch sie können in natürlicher Form, beispielsweise als Essig, oder in chemischer Form, wie beispielsweise als Sorbinsäure, auftreten.

Was sind Farbstoffe?

Farbstoffe dienen dazu, die Farbe der Lebensmittel zu verändern, beispielsweise kräftiger zu machen, um so die Erwartungen der Konsumenten zu erfüllen. In der Regel sind sie eine unnötige Beigabe, nur der Ästhetik wegen. Auch hier gibt es (einige wenige) mit pflanzlichem Ursprung, der Großteil ist aber chemisch hergestellt. 

Was sind Geschmacksverstärker?

Geschmacksverstärker intensivieren den Geschmack von Lebensmitteln. Oftmals haben einen sehr starken Eigengeschmack, sodass das Produkt ohne sie nicht ansatzweise so schmecken würde wie mit ihnen.

Was ist nun so schlimm an den Zusatzstoffen?

Von Rechtswegen her sind die in Deutschland zugelassenen Zusatzstoffe zunächst keine Schadstoffe. Sie sind nicht giftig und in der verwendeten Menge auch nicht gesundheitsschädlich. Dennoch sind sie umstritten, denn sie sollen zu vielen Unverträglichkeiten führen und diverse Allergien auslösen. Rund der Hälfte der in Deutschland zugelassenen Zusatzstoffe kann keine schädigende Wirkung eindeutig wissenschaftlich nachgewiesen werden. Die andere Hälfte hat nachweislich allerdings schon zu Verdauungsproblemen, Stoffwechselproblemen, Allergien oder allergieähnlichen Symptomen geführt oder andere Krankheiten begünstigt. Führt man sich einmal vor Augen, wie viele Lebensmittel man täglich mit Zusatzstoffen konsumiert, ist das schon eine erhebliche Menge, vom Käse bis hin zum Brot. 

 

Viele Lebensmittel werden mit Zusatzstoffen versehen, obwohl es gar nicht nötig wäre, es dient lediglich der Erfüllung der Kundenansprüche an Aussehen und Haltbarkeit. Und mal ehrlich, wenn ein Produkt nur mit Geschmacksverstärker gut schmeckt ist es vielleicht auch gar nicht das, was ich mir eigentlich unter dem Produkt vorstelle. Dass es auch ohne Zusatzstoffe leckere, schöne und geschmackvolle Produkte gibt, beweisen unsere Manufakturen. Bei fast allen unseren Produkten wird auf die Verwendung von Zusatzstoffen verzichtet und das finden wir klasse. Purer Geschmack und echte Farben - hier sprechen die Köstlichkeiten und nicht deren chemische Zusätze für sich!

Aktuelle Ernährungstrends

Die Ernährungswissenschaft ist im stetigen Wandel, sodass sich immer wieder neue Trends bezüglich guter und gesunder Ernährung auftun. Die aktuell gängigsten Richtungen möchte ich folgend kurz vorstellen.

Superfoods Blaubeeren

Vegetarisch/ Vegan

Die sich seit Jahren entwickelnden und nach wie vor anhaltenden Ernährungsformen, die mittlerweile sogar im Supermarkt Einzug erhalten haben. Vegetarier verzichten auf den Verzehr von Fleisch und Fisch (in manchen Ausprägungsformen auch Eier und Milchprodukte). Veganer hingegen essen keinerlei tierische Produkte, egal ob aus oder vom Tier, also beispielsweise auch kein Honig usw.

Clean Eating

Clean Eating beugt eben den oben genannten Probleme bezüglich Zusatzstoffen vor. Denn Clean Eater verzichten gänzlich auf den Verzehr von Zusatzstoffen, industriell hergestellte Nahrungsmittel kommen nicht auf den Tisch. Die Nahrung sollte so frisch und naturbelassen wie möglich sein.

Superfoods

Superfoods ist keine eigenständige Ernährungsform, sondern legt bei der Ernährung lediglich einen Fokus auf ganz besondere Lebensmittel. Diese Lebensmittel sind nicht industriell hergestellt und haben einen besonders hohen Anteil an Vitaminen, Mineralstoffen und Antioxidantien. Zu den Superfoods zählen zum Beispiel: Aronia Beeren, Chia Samen, Cranberries, Datten, Kürbis, Leinöl, Weizengras und viele, viele mehr.

Paleo

Auch Steinzeit-Ernährung genannt. Dieses Ernährungskonzept beruht auf der Annahme, dass sich unser Ernährungsbedürfnis seit der Steinzeit nicht geändert hat und eine Ernährung wie zu Steinzeit-Zeiten ausreichend und gesund ist. Auf dem Speiseplan stehen beispielsweise Fleisch, Fisch, Eier und Gemüse.

Food Pairing

Bei diesem Ernährungstrend ist Kreativität gefragt, denn es werden Lebensmittel und Geschmacksrichtungen kombiniert, die auf den ersten Blick nicht unbedingt zusammen passen. Die Kombination ist aber keineswegs willkürlich, sie basiert auf der Wissenschaft der Aromen. Manche Aromen harmonieren besonders gut, sodass außergewöhnliche Geschmackserlebnisse entstehen, wie beispielsweise Schokomousse mit Röstzwiebeln. Muss man wohl mal testen ;)

DIY

Die DIY (Do it yourself) Ernährungsbewegung geht noch einen Schritt über die eigene Zubereitung hinaus. Denn hier werden die Zutaten sogar eigens angebaut. Ob Kräuter, Salate, Obst, Getreide, der Anbaulust sind dabei keine Grenzen gesetzt. Und auch für Stadtmenschen hat sich in Form des Urban Gardening gleich ein neuer Trend dazu entwickelt.

Ich hoffe, ich konnte dir einen kleinen Einblick in die bunte Welt der gesunden Ernährung bieten. In diesem Sinne: Bleib gesund!

Kommentar schreiben

Kommentare: 0


Im Newsletter:

Bei Facebook:

Bei Instagram: